Suez ist spätestens seit der Eröffnung des Suezkanals im November 1869 weltbekannt. Dieser Kanal verringert die Reisezeit für Handelsschiffe und Pilger auf dem Weg nach Mekka enorm, weil er das Rote Meer über dessen Ausläufer Golf von Suez mit dem Mittelmeer verbindet. Die lange anstrengende Fahrt um ganz Afrika herum fällt seit der Inbetriebnahme des Suezkanals weg.
Die wenigsten Menschen wissen, dass bereits in der Pharaonenzeit Pläne und sogar Bauten zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer existierten, waren doch die Ägypter geschickte Kanalbauer. Pharao Necho II. (26. Dynastie) ließ zum Beispiel den Ost-West-Kanal bauen. Nach der Eroberung Ägyptens durch die Araber ließen selbige den teils versandeten Kanal wieder ausheben und in Betrieb nehmen.
Vermutlich war schon früher eine kleine Stadt mit Namen Klysma an der Stelle des heutigen Suez ein großer Handelsplatz für asiatische und europäische Waren. Damals kannte man den Seeweg nach Indien um die Südspitze Afrika´s, das Kap der Guten Hoffnung, noch nicht. Als die Schiffe den langen Seeweg in Kauf nahmen, um den direkten Handel mit den jeweiligen Ländern zu betreiben, war Klysma allerdings uninteressant geworden und war dem Verfall preisgegeben. Erst mit Baubeginn des Suezkanals wurden auf den Ruinen wieder Häuser errichtet, um auch die Arbeiter unterzubringen. Suez, die Stadt an der der großartige und wirtschaftlich äußerst wertvolle Kanal beginnt, entstand.
Im April 1959 schließlich wurden die Kanalbauarbeiten unter der Leitung des Franzosen Ferdinand de Lesseps und nach Plänen des Österreichers Alois Negrelli begonnen. Logistische Probleme, politische Unruhen und andere Widrigkeiten mussten gemeistert werden, ehe dann am 17. November 1869 der Kanal nach zehn Jahren Bauzeit mit einer feierlichen Prozedur endlich eröffnet werden konnte. Nur leider nicht in Suez sondern in Port Said.
Seit der Eröffnung des Suezkanals in Suez blüht die Stadt auf, verfügt sie doch über die meist befahrene Wasserstraße der Welt. Suez ist allerdings auch eine Industriestadt, die für Touristen nur eine Attraktion bereithält, den Suezkanal. Nur wenige Hotels stehen für Geschäftsreisende zur Verfügung, Ferienwohnungen gibt es hier gar nicht. Insider wissen aber, dass man in Port Said, am Ende des Suezkanals bei der Mündung ins Mittelmeer, einen herrlichen Urlaub verbringen kann. Hier ist man auf Touristen eingestellt und bietet sogar Ferienwohnungen an.
Trotz allem sollte man einmal in Suez gewesen sein, um einige der Schiffe zu sehen, die den Suezkanal befahren. Man glaubt, eine Fata Morgana zu sehen, wenn die großen Tanker majestätisch durch die Sanddünen stampfen. Das gebotene Schauspiel ist äußerst interessant.
Der Suez-Kanal wurde seit seiner Entstehung bereits drei Mal vergrößert, er wurde verbreitert und auch tiefer ausgehoben, so dass auch große Schiffe den Kanal befahren können. Suez ist durch den Kanal einer der größten Handelshäfen in Ägypten. Jährlich werden in Suez Schiffszölle in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar an Ägypten bezahlt. Somit ist die Stadt Sues mit ihrem Kanal in der Wirtschaft Ägyptens nicht mehr wegzudenken.