Quseir liegt zwischen Hurghada und Marsa Alam am Roten Meer und ist mit seinen etwa 70.000 Einwohnern ein kleines Städtchen mit arabischem Charme. Die von Sultan Selim im 16. Jahrhundert erbaute Festung hat das Stadtbild immer noch fest im Griff.
Schon zu Zeiten der Pharaonin Hatschepsut legten vom Hafen in Quseir die Schiffe in Richtung Punt ab und Waren kamen im Hafen der Stadt an, um auf Karawanen verladen und nach Westen weitertransportiert zu werden. In Quseir endete eine der wenigen historischen Karawanenstraßen, weshalb der Hafen auch später noch einer der Hauptumschlagsplätze für Waren aller Art war, den die Römer, islamische Herrscher und Osmanen für den Transport ihrer Güter anfuhren. Erst als der Suez-Kanal eröffnet wurde, verlor der Hafen von Quseir seine Bedeutung.
Quseir entwickelte sich in den letzten zwanzig Jahren von einem kleinen Küstendorf zu einer recht anmutenden Kleinstadt mit hübschem Altstadtkern, dessen Häuser aus Korallenblöcken und hölzernen Balkonen die Uferstraße säumen und hat bislang keinesfalls die Berühmtheit von Luxor mit seinem Tempel und Karnak oder Kairo mit seinen Pyramiden in Gizeh erreicht.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente der Handel mit Phosphat als Haupteinnahmequelle in Quseir. In den letzten Jahren ging der Fortschritt aber auch an dieser kleinen idyllischen Stadt nicht vorbei, so dass mit der Einrichtung einer touristischen Infrastruktur begonnen wurde. Im Jahr 2006 standen hier schon sechs komfortable Hotels in typisch arabischem Baustil, doch wird auch hier kräftig in den Bau von Hotels investiert, was man an den zahlreichen Baustellen ringsum Quseir sehen kann. Mit dem herrlich klaren und warmen Wasser des Roten Meeres ist der Küstenabschnitt bei Tauchtouristen sicher bald ein genauso beliebtes Reiseziel wie Sharm el Sheikh.
Doch auch alle anderen Touristen kommen in Quseir auf ihre Kosten. Die Altstadt von Quseir lockt mit ihrem orientalischen Basar und einem Fort aus dem 16. Jahrhundert. Lohnenswert ist auch ein Besuch in die nördlich des Stadtkerns gelegene Malukkensiedlung Quseir el Quadim aus dem Mittelalter und einem altertümlichen römischen Hafen, der wohl noch älter ist.
Obwohl der Tourismus in Quseir noch nicht so boomt wie in anderen ägyptischen Metropolen, gilt das kleine Städtchen doch als Geheimtipp, der besonders von Tauchern weitergegeben wird. Mehrere Tauchbasen stehen für die Touristen zur Verfügung, und jede Basis hat ihr eigenes Hausschiff, mit dem hinausgefahren werden kann. Dabei stehen verschiedene Ziele zur Verfügung, die mehr oder weniger regelmäßig angefahren werden. So bietet sich die Möglichkeit, nach dem vor der Küste liegenden Wrack Balans zu tauchen oder an der Steilwand Serib Kebir. Die Vielfalt der zu beobachtenden Fische ist nicht so groß wie an nördlicher gelegenen Küstenabschnitten, dafür allerdings exotischer. Hier findet man unter anderem Rochen, Schildkröten und Delfine.
Noch ist Quseir ein ruhiges erholsames Städtchen, doch wird sich das in den nächsten Jahren ganz sicher ändern. Denn auch hier rechnet man mit steigenden Touristenzahlen.