Marsa Alam

Marsa Alam liegt im Süden Ägyptens direkt am Roten Meer und an der Verbindungsstraße nach Edfu. Marsa Alam ist bequem per Flugzeug zu erreichen, da am 1. November 2001 der Marsa Alam International Airport, sechzig Kilometer nördlich von Marsa Alam, seinen Betrieb aufnahm. Touristen müssen daher nicht mehr zwangsläufig in Hurghada landen und stundenlange Busfahrten auf sich nehmen, um in südlichen Gebieten Ägyptens ihr Feriendomizil zu erreichen.

Marsa Alam hat ungefähr 6000 Einwohner, die hauptsächlich in der Fischerei arbeiten, Schafe, Ziegen und Dromedare züchten und in den Minen oder Steinbrüchen ihren Lebensunterhalt verdienen. Seit viele Menschen ihren Ägypten Urlaub in Marsa Alam verbringen, arbeiten auch viele Menschen im Tourismus. Schon in der Pharaonenzeit waren die Vorkommen von Gold, Halbedelsteinen sowie Smaragden, Kupfer und Blei bei Marsa Alam bestens bekannt, so dass Bergbau eine lange Tradition hat in dieser Region. Die verkehrstechnisch wichtige Straße von Marsa Alam nach Edfu wurde vermutlich während der Herrschaft des Pharao Ptolemäus II. erbaut. Diese Straße führt auch an Wadi Baramiya vorbei, wo bereits die frühen Ägypter Gruben unterhielten. Das machten sich sogar noch die Engländer während ihrer Besatzungszeit in Ägypten zu Nutze. Sie ließen Quarzstein mit dünnen Goldadern mahlen, wobei der Verdienst bei 20 Gramm Gold pro gemahlener Tonne Quarzstein lag. Damals noch rentabel, wurde die Quarzstein-Mahlerei jedoch nach Ende der Besatzungszeit bald aufgegeben. Vor wenigen Jahren dann nahmen Investoren aus Downunder mit modernster Technik den Betrieb abermals erfolgreich auf.

Die Einwohner von Marsa Alam sind Beduinen aus zwei Stämmen, dem Ababda- und dem Bescha-Stamm. Durch die Vermischung mit Arabern wurde auch der Islam ins Land gebracht. Die Bedscha-Beduinen lebten schon zu Zeiten der Pharaonen in der Ostwüste und sicherten die Grenzen gen Osten ab. Die Beduinen in dieser Gegend waren hauptsächlich bekannt für ihre hervorragenden Jagdkenntnisse und die Herstellung von Holzkohle, ansonsten betrieben sie Viehzucht.

In der Gegend um Marsa Alam findet man erstaunlich viele Felsformationen mit Petroglyphen, die bis in die vor-pharaonische Zeit reichen. Die Felszeichnungen zeigen Tiere wie zum Beispiel Giraffen, die in früherer Zeit dort wohl noch heimisch waren. Die Petroglyphen sind auch im drittgrößten Nationalpark des östlichen Ägypten, Wadi-al-Gamal, der von den bislang wenigen Touristen in Marsa Alam sehr gerne angefahren wird, zu sehen.

Vor Marsa Alam gibt es zahlreiche Riffe, die meist allerdings bis zu drei Kilometern vor der Küste liegen. Es gibt auch Riffe direkt an der Küste von Marsa Alam, doch sollte man auf einen Tauchgang in diesem Gebiet verzichten, weil die Brandung häufig sehr stark ist. Für Taucher dürften auch die Unterwasserhöhlen vor der Küste von Marsa Alam interessant sein.

Da Marsa Alam direkt am Roten Meer liegt, werden hier ebenso wie in anderen größeren Städten entlang der Küste mehrere Hotels gebaut, weil im Lauf der Jahre die Zahl der Touristen enorm ansteigen wird.