Der Berg Sinai

Mit einer Höhe von beinahe 2290 Metern überragt der Berg Sinai das Katharinenkloster und wird als der Berg Horeb, auf dem Moses 40 Tage verweilte, um die Tafeln mit den Zehn Geboten von Gott zu erhalten, identifiziert. Wissenschaftler bezweifeln zwar, dass es sich um den Berg Horeb handelt, doch lassen sich weder Pilger und Gläubige noch Besucher von deren Meinung beeinflussen. Der Berg Sinai wird von den Arabern Gebel Musa, was soviel wie Mosesberg bedeutet, genannt.

Den Berg Sinai zu erklimmen ist ein lohnendes Ziel, wenn man einen eindrucksvollen Sonnenaufgang sehen möchte. Dazu hat man zwei Möglichkeiten.

Der direkte Weg zum Gipfel des Berges Sinai führt die sogenannten Stufen der Buße hinauf, das sind immerhin 3750 Stufen, die einst ein reuiger Mönch in den Fels geschlagen haben soll. Auf der Treppe nach oben findet sich beispielsweise das Beichttor. Dort soll früher ein Mönch den Pilgern die Beichte abgenommen haben.

Wer nicht über eine ausgezeichnete Beinmuskulatur verfügt, kann aber auch den kurvenreichen Kamelpfad wählen, der direkt hinter dem Katharinenkloster beginnt.

Egal, wie die Wahl ausfällt, man benötigt in jedem Fall zwei bis drei Stunden, um den Gipfel des Berges Sinai zu erklimmen. Auf dem Kamelpfad trifft man immer wieder auf Beduinen mit Kamelen, die im Falle einer versagenden Beinmuskulatur ihre Dienste anbieten. Wenn man bedenkt, dass der Kamelpfad beim Eliasbecken endet und dann immer noch 750 Stufen bis zum Gipfel des Berg Sinai zu bewältigen sind, sollte man das Angebot vielleicht annehmen.

Beim Eliasbecken findet sich auch eine 500 Jahre alte Zypresse. An der Stelle, wo sie wächst, soll Gott zu Elias gesprochen haben.

Hier kann man übernachten, das heißt, man bringt warme Kleidung und einen Schlafsack mit, verbringt die meist recht kühle Nacht hier, um morgens dann den Aufstieg zum Gipfel des Berges Sinai anzutreten, natürlich nicht vor einer Stärkung wie Tee und einem kleinen Imbiss, beides wird an Ständen angeboten.

Auf dem Gipfel steht die 1934 errichtete Dreifaltigkeitskapelle, die allerdings dem Zutritt der Pilger und Besucher verwehrt bleibt, nachdem sie von Touristen beschädigt wurde.

Vom Gipfel des Berg Sinai aus kann man den südlichen Sinai überblicken bis hinüber zum Golf von Aqaba.
Schon diese Aussicht ist ein Aufstieg wert.