Das ägyptische Städtchen Dahab liegt in der östlichen Südhälfte der Halbinsel Sinai. Der Name leitet sich aus der arabischen und ägyptischen Sprache von dhahab ab, was „Gold“ bedeutet. Ob man jemals Gold gefunden hat in Dahab, ist aber nicht bekannt.
Bis ungefähr 1990 war Dahab ein Fischerdorf, wobei die Fischerei auch die Haupteinnahmequelle darstellte. Dann wurde die Fischerei zugunsten des Tourismus weitgehend aufgegeben. Schließlich wollte man die Halbinsel Sinai mit der Touristenhochburg Sharm el Sheikh durch Dahab noch berühmter machen, um so den Tourismus in Ägypten weiter zu fördern. Aus diesem Grund wurde Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Uferpromenade in Dahab gebaut.
Ägypten hat etwa 63 Millionen Einwohner, von denen 500.000 Beduinen sind. Aufgeteilt in zwei Stämme, den Tiyaha und den Tuwara gibt es seit dem 7. Jahrhundert einen Mix der Stämme. Die meisten Beduinen fand und findet man auch heute noch auf der Halbinsel Sinai. So ist es nicht ungewöhnlich, dass in Dahab im Jahr 2006 ca. 5000 Beduinen und etwa 750 Ausländer wohnten. Die Beduinen waren übrigens bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts Vollnomaden.
Im Jahr 1989 entdeckte man bei Grabungsarbeiten in Dahab im Stadttteil Mashraba die Reste der Grundmauern eines Leuchtturmes. Datiert wurde die Anlage auf etwa 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. Damals gab es hier einen nabatäischen Hafen, der an der alten Handelsroute lag und als Lager für die Stadt Maqnah - gegenüberliegend auf der saudi-arabischen Seite - diente.
Bei Dahab gibt es zahlreiche Tauchmöglichkeiten, wobei die folgenden fünf wohl die größte Aufmerksamkeit erhielten: Blue Hole, El Bells, Canyon, Islands und Golden Blocks. Blue Hole dürfte das interessanteste Tauchgebiet sein, wobei alle fünf Reviere auch sehr gefährlich sind, was durch mehrere aufgestellte Kreuze für die bisherigen Todesopfer demonstriert wird.
Die Vielfalt an Korallen ist auch in diesem Gebiet beeindruckend, doch gibt es durch den Tauchtourismus in Ägypten sehr viele tote Korallen, Tendenz steigend. Da in Dahab noch nicht so viele Touristen ihren Urlaub verbringen wie in Hurghada, ist der Schaden an der Natur auch noch nicht so hoch. Das könnte sich mit zunehmender Berühmtheit Dahab´s allerdings ändern.
Leider wurde auch Dahab am 24. April 2006 von einem Terroranschlag heimgesucht, so dass mehr als 30 Menschen den Tod fanden. Die Tourismusbranche in Dahab erlitt durch den Anschlag einen Rückgang von über 50% und erholt sich auch nur langsam von diesem Einbruch. Die wunderschöne Stadt Dahab wirkte auch im Oktober (Hochsaison) wie ausgestorben.
Von Dahab aus bietet sich eine Besichtigungstour des Katharinen-Klosters an, das ungefähr anderthalb Stunden Busfahrt von Dahab entfernt liegt. Der Dornbusch, der in der Bibel als „brennender Dornbusch“ des Moses bekannt ist, soll dort heute noch wachsen. Ein weiteres Ausflugsziel ist der Nabq-Nationalpark mit seinen Fischersiedlungen und dem Wrack der Maria Schröder. Und Tauchen ist selbstverständlich möglich, doch sollte man die Richtlinien und Warnungen beachten, denn am Blue Hole verunglücken jedes Jahr mehrere Sporttaucher.