Etwas näher bei Al Gouna als der Mons Claudianus liegt der ebenfalls römische Steinbruch Mons Porphyritis mitten in der Wüste. Die Römer bauten hier purpurroten und schwarzen Porphyr ab, die jeweils weiße oder rosa Einfärbungen in Form von Punkten hatten. Der Stein war selten und somit sehr wertvoll. Eine andere Sorte Porphyr war grün-schwarz mit weißen oder hellgrünen Phänokristallen eingelagert.
Die Steinbrüche Mons Porphyritis liegen an Steilhängen und im Gipfelbereich der Rauchberge, wogegen sich die Arbeitersiedlung am Hang und im Tal befanden. Auch hier war die Siedlung für die Steinbrucharbeiter gut befestigt und hatte Wachtürme. Wie die Grabungen in dieser Siedlung aufdeckten, lebten hier auch Frauen und Kinder. Dies wird durch Schmuck und Spielzeug belegt. Des Weiteren gab es auch Ställe für Vieh, Zisternen, Brunnen, Bäder und Gräber. Auch ein Tempel wurde 118 n. Chr. errichtet und auf einer Stele wurde die Exstenz einer christlichen Kirche in der Siedlung dokumentiert.
Wie im Mons Claudinius fand man auch hier beschriftete Scherben, die einen besseren Einblick in das Leben und die Verwaltung des Steinbruchs zulassen. So weiß man, dass die geschlagenen Steine mit einem Gewicht von etwa zwanzig Tonnen auf Rampen ins Tal hinab gleiten ließ, wo sie dann auf Wägen verladen wurden.
Auf dem Weg ins Niltal bezeugen kleinere Stätten mit Quellen die Rastplätze der Transporter. Sieben befestigte Quellen sagen aus, dass die Blöcke sieben Tage bis zu ihrem Ziel unterwegs waren. Jeweils gesichert durch Wachtürme kann man davon ausgehen, dass hier auch Soldaten stationiert waren, welche die Transportwege überwachten. Leider sind bis auf eine Station alle weitgehend zerstört.
Im Niltal angekommen, verluden die Römer die Porphyr-Steinblöcke auf Schiffe, um sie auf dem Seeweg weiter zu transportieren.
Auch der Steinbruch Mons Porphyritis ist sehenswert und gewährt einen Einblick in die damaligen Lebensbedingungen.